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Bevor Sie Ihre berufliche Unzufriedenheit einfach wegwischen, sich zusammenreißen, sich Ihre Arbeit „schön denken“: Schauen Sie doch mal genauer hin! Denn wann immer Ihre Unzufriedenheit sich meldet, arbeitet Ihr inneres Sinnesorgan für Sinn, für die Frage, was in Ihrem Leben mehr Bedeutung bekommen sollte.

Dass die Suche nach mehr Sinnerleben gar nicht unbedingt den großen Aufbruch zu ganz neuen beruflichen Feldern braucht, dass beobachtet die psychologische Sinnforschung seit Längerem. 2001 prägten die Arbeits- und Organisationspsychologinnen Amy Wrzesniewski und Jane Dutton den Begriff des „Job Craftings“ (to craft = handwerklich etwas herstellen). Sie beschrieben, was Menschen, die Zufriedenheit in ihrem Job erleben, tun: Sie verharren nicht in starren Stellenprofilen, sondern sie werden aktiv, suchen nach neuen Aufgaben in ihrem Arbeitsumfeld, neuen Herausforderungen.

Mittlerweile ist auch die psychologische Forschung zu diesem Phänomen in Deutschland deutlich vorangeschritten. So beschreibt die Würzburger Psychologie-Professorin Tanja Bipp, die seit mehreren Jahren intensiv zu der Frage forscht, wie die aktive Selbstgestaltung von Arbeitsplätzen aussehen kann, drei wesentliche Faktoren:

• Die Aufgabe an sich sowie die Passung zum persönlichen Begabungsprofil.
• Die Art der Gestaltung von Beziehungen, wie sie den individuellen sozialen Bedürfnissen entsprechen.
• Die Art des Denkens über den eigenen Beruf: Beispielsweise die Beziehung des Berufs zu bestimmten Werthaltungen, die eine hohe persönliche Bedeutung haben.

Verdient dieser Ansatz nicht verstärkte Beachtung, auch in Unternehmen? Mehr Eigeninitiative, mehr Beachtung der persönlichen Begabungen, Neigungen und Werte, dies sind Aspekte, welche die Arbeitswelt von heute schon vermehrt prägen, – und die der Zukunft erst recht.

Ein Interview mit Tanja Bipp gibt’s übrigens in der Psychologie Heute (Ausgabe 01/2017) zu lesen.