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Teil 2:

Die Reform von 2019 und wie Du ab 2020 Psychotherapeut/Psychotherapeutin wirst

In diesem Blogpost möchten wird Dir Klarheit verschaffen, falls Du aktuell darüber nachdenkst den Bachelor in Psychologie zu beginnen, um Psychotherapeut/ Psychotherapeutin zu werden, aber noch nicht genau weist, wie nach der neuen Gesetzgebung der Weg zum Beruf aussieht. Vielleicht bist Du Dir aber auch unsicher, inwieweit Dich der Bachelor in Psychologie nach der Reform für andere Bereiche der Psychologie qualifiziert.

Da die Qualifizierung zum Psychotherapeut/zur Psychotherapeutin bisher sehr Zeit- und Kostenaufwändig war, wurde 2019 eine grundlegende Reformierung des Berufsweges vom Bundesgesundheitsministerium angestoßen. Ergebnis ist ein neuer Direktstudiengang der erstmals an verschiedenen Hochschulen seit dem Wintersemester 2020/2021 angeboten wird und an den sich ebenfalls eine mehrjährige Ausbildung anschließen muss siehe Abb. „Studium in der neuen Ausbildungsordnung“)..

Studium der Psychologie

Bisher war die Bezeichnung für approbierte Psychologen/Psychologinnen psychologischer Psychotherapeut/Psychotherapeutin oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/Therapeutin. Nach zukünftigem Studiums- und Ausbildungsweg lautet die Berufsbezeichnung nun Fachpsychotherapeut/Fachpsychotherapeutin mit der jeweiligen Fachrichtung.

Der erste Schritt in diese Richtung ist nach der Reform von 2019 ein 5-jähriges universitäres Psychotherapie Direktstudium. Universitäten, die bisher im Bachelor-Master-System Psychologie angeboten haben, sollen diese bisherigen Studiengänge in die Vorgaben des neuen Studiengangs umstellen und ab dem Wintersemester 2020/2021 in das Studienangebot aufnehmen. Bisher bietet beispielsweise die Johannes Gutenberg Universität Mainz einen solchen Bachelorstudiengang in Psychologie und Psychotherapie an. Aber auch viele andere Universitäten haben ihre Bachelorstudiengänge in Psychologie soweit angepasst, dass sie den neuen gesetzlichen Vorgaben entsprechen (z.B. die Rheinische-Friedrich Wilhelms Universität Bonn oder die Universität Hamburg). Ein solcher „polyvalenter“ Bachelorstudiengang qualifiziert Dich sowohl für einen Masterstudiengang in klinischer Psychologie und Psychotherapie (Voraussetzung für die therapeutische Weiterbildung), aber auch für Masterstudiengänge der Psychologie mit anderen Anwendungsgebieten (z.B. Wirtschafts- oder Rechtspsychologie).

Laut des Gesetzes zur Reform des Psychotherapeutenausbildung soll sich die universitäre Ausbildung in 3 Jahre Bachelor- und 2 Jahre Masterstudium gliedern, die Voraussetzung für die therapeutische Weiterbildung ist. Dabei sind insgesamt 180 ECTS Punkte vorgesehen, was einem Arbeitsaufwand von 5400 Stunden für Dich bedeutet. Du schließt Dein Studium mit einer staatlichen psychotherapeutischen Prüfung ab. Dabei absolvierst Du zwei Teile, bei denen Du einen mündlich-praktischen Teil und eine anwendungsorientierte Parcourprüfung in 5 Kompetenzbereichen bestehen musst (Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung).

Fängst Du also jetzt mit einem Studium der Psychologie mit dem Ziel Psychotherapeut/Psychotherapeutin an, ist dir das nur nach dem neuen System möglich. Wir empfehlen Dir, Dich vor Deiner Bewerbung mit der jeweiligen Universität in Verbindung zu setzen, um Dich über den aktuellen Stand des Bachelorstudiengangs Psychologie zu informieren.

Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten/Fachpsychotherapeutin

Hast Du diese zweiteilige Prüfung geschafft, wird Dir die Approbation erteilt und Du darfst den Beruf des Psychotherapeuten/der Psychotherapeutin ausüben. Um aber Zugang zum Versorgungssystem der gesetzlichen Krankenversicherungen zu erhalten und um Leistungen mit diesen abrechnen zu können, ist eine anschließende 5-jährige Weiterbildung in Vollzeit nötig, die in ambulanten oder stationären Einrichtungen absolviert werden soll. Während dieser Zeit bist Du Psychotherapeut/Psychotherapeutin in Weiterbildung (PiW) und Deine Behandlungsleistungen werden von Krankenkassen vergütet, da Du Deine Approbation ja bereits erworben hast. Je nach Deinen Interessen, entscheidest Du Dich für eine Ausbildung als Fachpsychotherapeut/Fachpsychotherapeutin für Kinder und Jugendliche oder für Erwachsene. Die Gestaltung der Weiterbildung, das heißt ihre Dauer, ihre Inhalte und die Ausbildungsstellen, wird den Bundesländern obliegen, weshalb es hierzu noch keine genauen Informationen gibt. Erst nach Abschluss dieser Weiterbildung kannst Du Dich in das Ärzteregister eintragen lassen und einen Antrag auf Zulassung zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung im System der gesetzlichen Krankenkassen stellen.

Dieser neue Ausbildungsweg kommt für Dich in Frage, wenn Du noch nicht mit Deinem Psychologiestudium begonnen hast.

Hinweis: alle Angaben sind ohne Gewähr, da sich die Gegebenheiten laufend ändern. Wir empfehlen daher immer ein Gespräch mit der jeweiligen Universität zu führen, um die aktuellen Abläufe zu erfragen (Stand: Juli 2021).

Quellen

https://studium.dgps.de/infos-zum-studium/psychotherapiereform-das-aendert-sich-im-studium

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/psychotherapeutenausbildung

https://www.kbap.de/reform-der-psychotherapeutenausbildung-ab-2020